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Ludwig rettet einen verhedderten Manta

28 Mar 2017

Ludwig, unser Assistent Manager im Tauchcenter auf Kuredu, hat am 19. März schier Unglaubliches geleistet: Es gelang ihm einen Manta, der sich in einer Angelschnur verheddert hatte, zu befreien!

An diesem denkwürdigen Tag verbrachte Ludwig mit seinen Tauchern den ersten Tauchgang des 2-Tank Tauchboots auf Fushivaru Thila, eine der Mantaputzerstationen im Atoll. Während des Tauchgangs sahen die Taucher zwei Mantaweibchen: Das eine schwamm langsam vorbei, das andere blieb jedoch für ganze zehn Minuten. So kam es, dass Ludwig einen Angelhaken am Bauch des Mantas entdeckte, und die Angelschnur, die sich um die Kopf- und Analflossen gewickelt hatte. Ludwig versuchte sofort, näher zum Manta zu gelangen, um ein Teil der Schnur mit seinem Messer abzuschneiden. Der Manta erschreckte sich jedoch und schwamm davon. Kaum eine viertel Stunde später, gerade vor dem Auftauchen, kehrte der Manta vertrauensvoll zu Ludwig zurück. Dieser konnte sich nun, nebenher schwimmend, daranmachen, den Manta gänzlich zu befreien.

Nicht lange, da ‘setzte’ sich der immer zutraulicher werdende Manta aufs Riff, und zwar in genau der richtigen Position, damit Ludwig den Haken und die restliche Leine entfernen konnte. Anschließend verschwand der komplett befreite Manta und ließ einen tief berührten Ludwig mit der langen Angelschnur und dem Haken in der Hand zurück.

Der Manta, der gerettet wurde, heißt Herr Flappy, oder eher „Frau“ Flappy da sie einer der größten weiblichen Riffmantarochen ist, die wir auf Rekord haben. Ihre Flügelspannweite ist eine erstaunliche 3.5 Meter. Herr Flappy wohnt sowohl im Lhaviyani als auch im Baa Atoll, war aber seit sechs Jahren nicht mehr in unserem Atoll zu sehen. Am 9. März war es wieder das erste Mal dass Lisa, Hurawalhi’s Marinebiologin, Herr Flappy beim speisen bei Fushivaru Kandu entdeckte.

Diese bittersüße Begegnung wird bestimmt noch lange im Gedächtnis der sechs Taucher und unserm Tauchlehrer Davy bleiben, die allesamt das Glück hatten an diesem Tag mit Ludwig unterwegs zu sein. Das war weder der erste, noch wird es der letzte Manta sein, den wir befreiten. Leider ist es nicht ungewöhnlich einen verhedderten Mantarochen anzutreffen. Da Mantas nicht rückwärts schwimmen können, ist es für sie enorm schwierig sich selbständig von solchen Fesseln zu befreien. Mit der Zeit fressen die Schnüre sich in den Körper hinein, wo sie tiefe Schnitte, Narben oder sogar abgetrennte Flossen verursachen können.